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17.12.2007 Deutschland ist Weltmeister bei der Installation von Photovoltaikanlagen

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Markterhebung im Jahr 2007 © photon.de
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Wachsende Photovoltaikleistung in Deutschland © photon.de
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Solarindustrie erzielt in Deutschland weit höhere Modulpreise als im Ausland.
Wie die Fachzeitschrift PHOTON in ihrer Dezemberausgabe berichtet, stieg die installierte Solarstromleistung in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf 2.770 Megawatt (MW). Mit einem Zubau von mindestens 830 MW im Jahr 2006 bleibt Deutschland der mit weitem Abstand wichtigste Absatzmarkt für Solarstromanlagen weltweit.

Deutschland war dabei nach wie vor Netto-Importeur, da die inländische Produktionsmenge an Solarmodulen mit 341 MW nicht ausreichte, die Nachfrage zu decken. Die Hersteller von Solarmodulen konnten in Deutschland um bis zu 70 Prozent höhere Verkaufspreise als im Ausland erzielen.

Anne Kreutzmann, Chefredakteurin PHOTON: "Zweck des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist der Klimaschutz. Das deutsche EEG fördert den Ausbau der ausländischen Solarindustrie genauso wie den der deutschen. Argumente, nach denen hohe Einspeisevergütungen im EEG angeblich notwendig seien, um der deutschen Solarindustrie im weltweiten Wettbewerb Vorteile zu verschaffen, sind nicht nachvollziehbar. Je höher die Vergütung, desto teurer ist Klimaschutz durch Solarstrom."

Dass auch im Jahr 2006 der Großteil der Weltproduktion auf deutschen Dächern und Freiflächen landete, hatte vornehmlich zwei Gründe: zum einen ist der geförderte Zubau auf praktisch allen Auslandsmärkten auf niedrigem Niveau begrenzt. In Deutschland wird unbegrenzt gefördert. Zum anderen konnten in Deutschland von der Solarindustrie mit die höchsten Solarmodulpreise erlöst werden, wie kürzlich die PVPS-Gruppe der Internationalen Energieagentur berichtete. Dass die gesamten Anlagenpreise in Deutschland trotzdem zu den niedrigsten weltweit gehörten, liegt vor allem daran, dass höherer Verwaltungsaufwand die Installationskosten im Ausland in die Höhe treibt und Installateure hierzulande effizienter installieren und mit geringen Margen auskommen müssen.

Trotz des Margenverzichts der Installateure war aber wohl der besonders preissensiblen Kundengruppe der Landwirte, die traditionell in Bayern stark in Solarstromanlagen investieren, im Jahr 2006 der Anlagenpreis zu hoch und sie übten sich in Kaufzurückhaltung. In Bayern stieg daher die installierte Leistung nur um 31 Prozent, während der Zuwachs im Bundesdurchschnitt bei 43 Prozent lag. Bayern bleibt aber Spitzenreiter bei der absoluten Solarstrommenge im Netz: 1,39 Prozent des in Bayern verbrauchten Stromes stammten 2006 bereits aus Solarstromanlagen, im Bundesdurchschnitt lag der Wert noch bei unter einem halben Prozent.

Deutlich besser als Bayern haben sich vor allem die neuen Bundesländer mit einem Zuwachs von durchschnittlich 73 Prozent sowie als Spitzenreiter unter den alten Bundesländern Niedersachsen mit einem Plus von 60 Prozent entwickelt. Insgesamt lag der Zubau in 2006 ungefähr auf demselben Niveau wie 2005 (865 MW). Für 2007 rechnen Marktforscher jedoch mit einem deutlichen Wachstum der Installationszahlen. Sogar eine Verdopplung der Zubaumenge halten einige Quellen für möglich.

Der Zubau an Solarstromanlagen wird in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ermöglicht. Die in dem jeweiligen Jahr installierten Anlagen erhalten 20 Jahre lang eine gleichbleibend hohe Vergütung, welche für 2006 installierte Anlagen rund achtmal so hoch lag, wie der durchschnittliche Preis für Spitzenlaststrom an der Strombörse.

Die Stromversorger legen die für jede neue Anlage 20 Jahre lang entstehenden Mehrkosten auf die Stromrechnungen aller Verbraucher um. Das EEG ermöglicht, dass die Herstellungskosten für Solarstrom seit mehreren Jahren durchschnittlich jährlich um 10 Prozent sinken. Dies will die Bundesregierung zum Anlass nehmen, die Vergütung für Solarstrom ab 2009 statt wie bisher um 5 Prozent nun um jährlich 7 und 9,2 Prozent abzusenken.
Das Solarstrom-Magazin PHOTON erhebt jährlich bei allen 875 deutschen Stromnetzbetreibern die jeweiligen Zubauzahlen für Solarstromanlagen. Die Zahlen liegen in der Regel gegen Ende des Folgejahres vor und sind die nachgewiesene Mindestinstallation. Es fließen nur die jeweils vorliegenden Zubauzahlen ein. Im Jahr 2006 waren dies die Daten von 854 der insgesamt 875 Netzbetreiber.

Quelle: PHOTON 2007